Baltische ehem. Langesche Mühle

5.0
Wassermühle
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  • Öl - und Lohmühle


    1690 errichtete man auf dem Werder (Insel) in der Schwentine, nahe dem Neumühlener Ufer, eine Bork- und Lohmühle. Hier wurden u. a. die Felle der zahlreichen Rinderherden von den großen Gütern der Probstei gegerbt. Das sogenannte "Bannrecht", ein Privileg der Lohmühle, verpachtete man an das Amt der Schuster in Kiel.
    Um der alljährlichen sommerlichen Betriebsflaute der Kornmühle und den veränderten Anbaubedingungen der Landwirtschaft Rechnung zu tragen, entstand "unterm Julimond" 1772, benachbart zur Lohmühle am Neumühlener Ufer, eine Ölmühle als Nebenbetrieb. 1779 erwirbt der Kaufmann Johann Joachim Kühl von seinem Schwiegervater Hans Wiese, die (Erbpacht) Öl - und Lohmühlen. Zwei Jahre später erhielt er die Erlaubnis zum Bau einer Seifensiederei und Kalkbrennerei auf der Schwentineinsel. Benachbart befand sich etwa unter der heutigen Schwentinebrücke ein Wäschewaschplatz, an dem auch die Wäsche für das Kieler Schloss gewaschen wurde.
    1836 erwirbt der englische Vicekonsul Birch die Loh - und Ölmühle und lässt sie 1841 abreißen. Mit seinem Schwiegersohn errichtet er an gleicher Stelle einen Neubau, die Birch - Hirschfeld‘sche Mühle. Bereits nach wenigen Betriebsjahren wird sie 1863 stillgelegt.

    Langesche Mühle


    Die Brüder Johannes und Ferdinand Lange aus Altona kaufen 1864 die stillgelegte Hirschfeldsche Mühle und ließen diese abreißen. Es entsteht an diesem Ort ein gewaltiger 8 stöckiger Mühlenneubau mit 60 Mahlgängen, dem damals größten und bedeutendsten Mühlenbetrieb des alten Deutschen Reiches.
    Die 8 gemauerten Gewölbe, durch die das Wasser zum Antrieb der Turbinen schoss, sind die einzig verbliebene Erinnerung an dieses Gebäude.
    Im Juli 1874 kommt es zur Katastrophe. Ein Großbrand vernichtet das Bauwerk, erst nach einer Woche ist das Feuer endgültig gelöscht. Der Schaden beträgt drei Millionen Reichsmark. Ein noch größerer und leistungsfähigerer Neubau mit 80 Mahlgängen wird wieder aufgebaut. Ein Kesselhaus mit zwei Dampfturbinen macht die Mühle unabhängig vom Wasserstand.
    Am Platz der jetzigen Reichweinschule werden 2 Wasserbassins angelegt. 75cm starke Rohre können von dort das Löschwasser bis in die Mühle hineinleiten. Die Schwentine wird vertieft, der untere Inselteil weggebaggert. Eine mühleneigene Reederei mit 12 Schiffen (z. T. bei Howaldt gebaut) exportiert die Erzeugnisse in erster Linie nach England, aber auch nach Übersee.

    Baltische Mühle


    1881 geht die Mühle in den Besitz der "Baltischen Mühlengesellschaft AG" über, 1898 arbeiten dort 170 Beschäftigte. 1900 wurde neben dem Kesselhaus ein Getreidespeicher inkl. einer Schiffsentladung errichtet. 1912 bis 1914 ist die Mühle im Besitz von Peter Kruse aus Kappeln.

    Holsatiamühle


    Danach gehört sie unter dem Namen "Holsatiamühle" dem Hamburger Kaufmann Lebensbaum. Er geht in dieser Zeit mit dem Betrieb in Konkurs. Nach dem 1. Weltkrieg wird die Mühle modernisiert. 1932 / 33 beginnt die "Holsatia G.m.b.H." mit dem Neubau des Großsilos (Lagerkapazität 15.000 t), der 1939 / 40 vollendet wird.
    Bei einem Bombenangriff im zweiten Weltkrieg am 9. April 1945, wurde das Mühlengebäude bis auf die Grundmauern zerstört und nicht wieder aufgebaut.
    Stattdessen wurde in dem alten Getreidespeicher eine neue Mühle eingerichtet und 1952 von den Kampffmeyer-Mühlen übernommen. Am 30. Juni 1993, mit zuletzt 12 Mitarbeitern, wurde der Mühlenbetrieb der Holsatiamühle eingestellt.

    Quelle: www.spd-net-sh.de & muehlen-in-deutschland.blogspot.com


    Ort: Schleswig Holstein, Kiel, Neumühlen

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An der Holsatiamühle, Kiel
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Details
  • An der Holsatiamühle, Kiel
  • Zustand: Zerstört
  • Anno: 1865
  • Bis: 1945
  • Besitzer: Baltische Mühlengesellschaft AG, Peter Kruse, Kaufmann Lebensbaum, Holsatia G.m.b.H.
  • Epoche: Deutscher Bund (1815-1866)
  • Ort: Neumühlen

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